Nordspanien

Es ist schon eine ganze Weile her, seit ich durch Spanien pedalt bin. Ich erinnere mich an kräftezehrende Bergpässe, Neuschnee, Bären und einen kulinarischen Abschied in Santander. Insgesamt gefiel mir mein dritter Spanien Aufenthalt am besten. Es gab keine zugebauten Küstenabschnitte, dafür jede Menge Berge und das Wetter war definitiv besser als damals in Andalusien.

Da ich bereits in Porto eine Fähre von Santander nach Plymouth gebucht hatte und diese in einem gemütlichen Zeitrahmen lag, konnte ich die sonnigen Tage schön ausnutzen und die nassen eher gemütlich angehen.

Ich entschied dieses Mal, mich abseits der historischen Via de la Plata zu bewegen und plante meine Tour durch den Parque Natural de Somiedo. Das Wetter und die Landschaft waren super. Nur die zwei Bergpässe, welche sich auf der Strecke befanden, sahen auf der Karte etwas freundlicher aus. Vor allem beim Überqueren des Puerto de San Lorenzo kam ich mit meiner Gangschaltung ziemlich an meinen Grenzen. Oben angekommen war mein Glas Emergency-Peanutbutter leer und meine Beine nicht mehr zu gebrauchen. Aber wie immer hatte sich der harte Aufstieg definitiv gelohnt. Die Bergwelt in welcher ich mich befand war einzigartig und mich erwartete eine grandiose Abfahrt.

Ab Tunon konnte ich dem Fahrradweg Sendra del Orso folgen. Das Beste war: Noch immer ging es auf der ganzen Strecke gemütlich bergab und ich musste meine müden Beine nicht mehr gebrauchen. Die 40 Kilometer waren viel zu schnell vorbei. Die Strecke führte entlang einer ehemaligen Minenbahn. Die Täler waren schmal und verwinkelt und man musste zahlreiche Tunnel und Brücken passieren. Der Name bezieht sich auf die grosse Braunbären-Population der einsamen Bergregion. Sie liessen mein Camp in Frieden, gesehen habe ich nur diejenigen, welche hinter einem Zaun gehalten werden.

Am nächsten Tag standen dann wieder Höhenmeter in der ungemütlichen Richtung bevor. Ich befand mich nun in der Bergwelt der Picos de Europa. Das Wetter war kalt und ich kreuzte Schneepfluge auf der Strasse. So hoch hinaus wollte ich zum Glück nicht mehr und konnte mich an den weissen Spitzen erfreuen. In der ganzen Woche sah es nach einem sonnigen Tag aus und ich legte meinen Zeitplan so fest, dass ich diesen zum Wandern benutzen konnte. Die erwählte Wanderung entlang der Schlucht des Flusses Cares war spektakulär. Und es störte mich überhaupt nicht die gleiche Strecke hin- und zurück zu gehen.

Die zwei letzten Tage bis Santander fuhr ich entlang der Küste, nachdem ich an einer Kreuzung verpasste habe, abzubiegen. Die Hafenortschaft ist keine spezielle Stadt, aber es verschlug mich mal wieder unter die richtigen Leute. Ich übernachtete bei Paula und Rober, welche ich über die Warmshower-Plattform kennenlernte. Gleichzeitig besuchten sie noch ein Kollege aus Frankreich und eine Kollegin aus Schottland. Der vierte Übernachtungsgast war ein riesiger Hund, in Grössenordnung Bernhardiner, wenn nicht grösser. Er schlabberte so ziemlich alles voll und sorgte auch sonst für viel Unterhaltung. Wir machten mit ihm Spaziergänge an der Küste, besuchten die Halbinsel mit den Pinguinen. Ich erfuhr, wo es Eiscreme gab, wo sie einem zusätzlich das Cornetto mit Nutella füllen und jedes Mal wenn wir ein kleines Hüngerchen spürten, gab es Tortillas aus einer anderen Bar. Am zweiten Tag war das arme Tier so erschöpft, das wir es zu Hause liessen. Wir kaufen mir einen neuen Helm und assen uns erneut durch das spanische Omeletten Angebot.

Die letzten paar Tage in Spanien lernte ich also, was man kulinarisch bestellen sollte, ohne irgendein frittiertes, fettiges, in Mayonnaise getränktes Gericht zu erhalten. Auf das frittierte, fettige Gericht aus England freute ich mich: Fish & Chips!

 

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