Nelson – Picton

Auf dem Great Taste Trail ging es nach zwei Ruhetagen weiter. Der Cycletrail führte durch Weinreben-, Obst- & Beerenanbaugebiet. Im Erholungsgebiet Rabbit Island ging es danach durch Pinienwald und entlang goldiger Strände. Der Trail biete tausende Haltemöglichkeiten um gemütlich Kaffee, Bier oder ein Glas Wein zu trinken.

In Riwaka übernachtete ich bei David. Da seine Mutter ursprünglich aus St. Gallen kommt, kann er fliessend Schweizerdeutsch und konnte dieses dank meinem Besuch nun endlich auch einmal anwenden. Am Tag darauf ging es über den 800 Meter hohen Takaka Hill. Ich startete bereits um 7 Uhr, damit ich dem Lastwagen- & Touristenverkehr ausweichen konnte. Oben angekommen gönnte ich mir erst einmal Kaffee und ein Stück Apfelkuchen. Die Abfahrt war das Highlight des Tages. Endlich war ich mal diejenige, die alle Campervans überhohlen konnte.

Die vier folgenden Nächte verbrachte ich in Takaka bei Paul. Sein Backpacker gefiel mir so gut, dass ich meine Reisepläne umstellte und sein Haus aus Basislager nutzte. Takaka ist Neuseelands Jogahosen, Dreadlocks und alternativ Lifestyle-Viertel. Das Hostel war clothes optional, vor dem Frühstück lies ich mir etwas Joga beibringen, und die Abende verbrachten wir im Whirlpool oder unter Decken eingekuschelt im Homecinema. Am ersten Tag besuchte ich die Te Waikoropupu Springs, Australasia’s grösste Frischwasserquelle. 14 000 Liter Wasser blubbern pro Sekunde aus dem Untergrund hervor. Ausserdem ging ich ins Grove Scenic Reserve, ein Waldgebiet welches stark an die Jurassic Park Filme erinnerte.

Am darauffolgenden Tag unternahm ich einen 150 km Trip zum Wharariki Beach und den Kaihoka Lakes. Wieder einmal begeisterten mich die Seen mehr als der Strand. Grund dafür war der Wind. Ich wurde regelrecht Sandgestrahlt. Ich trotzte dem Wind, kletterte auf Dünen und besuchte die Felsformationen im Meer.

Am dritten und letzten Tag in Takaka fuhr ich mit Douglas zur Wainui Bay. Von dort unternahmen wir eine sechs Stündige Wanderung im Abel Tasman National Park. Nachdem der Gibbs Hill bestiegen war, ging es von Strand zu Strand zurück zum Ausgangspunkt. Wir waren nach der Wanderung so erschöpft, dass wir uns per Hitchhiking die 25 km zurück chauffieren liessen.

Auf Nebenstrassen ging es weiter nach Saint Arnaud. Auf dem zweiten Teil der Strecke begleiteten mich Rachel und ihrer Freundin. Es gibt sie also doch, die weiblichen Tourenfahrerinnen. Beim Lake Rotoiti angekommen traf ich am Abend auf die ersten Schweizer Radfahrer. Beat und Lisbeth sind 3 Monate in Neuseeland. Sie verbringen meiner Meinung nach jedoch mehr Zeit im Bus als auf dem Velo. Ebenso traf ich auf Jakob. Mit ihm wanderte ich am nächsten Tag den St Arnaud Range Track. Wenn die Wolkenfelder gerade günstig lagen, hatten wir eine fantastische Aussicht in das Herz des Nelson National Park. Am Abend gab es die von Beat gefangene Forelle als Beilage zu meinem Couscous. Einmal nicht Tuna, was für eine Abwechslung. Es gesellten sich Evelyne und Emanuel zu uns an den RadfahrerInnentisch. Ihr Plan war auch die Rainbow Road und somit starteten wir am darauffolgenden Tag gemeinsam.

Das Glück war wieder einmal mit mir. Nach 20 km trafen wir auf zwei ältere Radfahrerpärchen welche einen Tuck dabei hatten. Zwei Minuten flitzten wir dann Gepäcklos weiter. Durch eine Furt fuhr ich später jedoch dann etwas zu schnell. Ich unterschätzte die Tiefe und beim ersten Schlag auf mein Velo sprangen drei Liter meines Wasservorrates aus der Halterung in den Fluss. Ich hatte keine Chance meine Flaschen wieder einzufangen. Zum Glück zeigten sich viele TruckfahrerInnen an unserer Radtour interessiert und so konnte ich mir wieder zwei Wasserbehälter erschnorren. Wir übernachteten am Lake Tennyson. Neben uns war nur Daniele, ein Radfahrer aus Italien, auf dem Campingplatz.

Alleine radelte ich weiter auf die Molesworth Road. Nach 20 km traf ich dann wieder auf mein Gepäcktaxi. Der Campingplatz beim Historic Acheron Accomommodation House war umringt von Beeren. Zum Frühstück gab‘s Himbeeren, rote und weisse Trübeli und Stachelbeeren in meinem Müesli.

Die drei folgenden Tage musste ich mein Gepäck wieder selber herumfahren. Die Strasse war sehr hüglig und immer an der prallen Sonne. Da ich nur noch 2.5 Liter Wasser mitführte, musste ich mindestens einmal täglich einen Halt einlegen, um etwas Flusswasser aufzukochen. Warmes Wasser zu trinken soll ja bei heissen Tagen kühlen. Die Campingplätze waren immer zwischen 50 bis 60 km zueinander entfernt. Dies bedeutete, dass ich sie immer schon um zwei Uhr erreichte und viel Zeit totzuschlagen hatte. Oft war ich alleine, da ich sonst auf keine Tourenradler traf. Ich verbrachte die Zeit mit plantschen im Fluss, schlafen, Erdnussbutter löffeln und lesen.

Frisch geduscht ging es danach nach Linkwater von wo ich die Marlborough Sounds erkunden wollte. Davor machte ich noch eine Mitternachtswanderung. Als es dunkel war spazierte ich in den nahegelegen Wald und bewunderte Glühwürmchen. Ich war so fasziniert von den kleinen Dingern, dass ich völlig die Zeit vergass. Der Weg zurück auf den Campingplatz führte über Felder, von wo ich einen herrlichen Blick in den klaren Nachthimmel und die Milky way hatte.

Etwas später als üblich fuhr ich am folgenden Tag los. Die enge kurvenreiche Strasse schlängelte sich dicht an der Küste des Mahau- und dem Kenepuru Sound entlang. Die Aussicht in die verzweigten Fjorde war fantastisch und da die Strecke ins Nichts hinaus führt, war sie auch praktisch nicht befahren. Mein Ziel war der Mt Stokes, der höchste Berg in den Sounds. Die Aussicht war bombastisch. Fjorde soweit das Auge reichte. Zurück bei meinem Gepäck fuhr ich dann noch drei Stunden zu einem anderen Campingplatz am Mahau Sound. Sobald ich eingerichtet war, lud mich ein Anwohner auf eine Dusche und Abendessen ein. Es gab Fisch, eine Menge Wein und zum Dessert Mandelkuchen und Whisky. Zum Schluss hatte ich eine Einladung für das Frühstück und ein Taxidienst über den Berg auf sicher. Auf dem Queen Charlotte Drive fuhr ich heute nach Picton. Die Strecke fiel und stieg immer wieder in kleine Buchten hinein bez. hinaus und endete schliesslich mit einer letzten Abfahrt in den Hafen.

Von hier fahre ich morgen mit der Fähre auf die Nordinsel. In Wellington kann ich zwei Nächte bei Barry und Fiona übernachten. Ich hoffe sie haben viele Tipps für meine Streckenplanung auf Lager.

 

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