Haines Highway

Der Haines Highway war ein absoluter Traum. Das Wetter spielte mit und ich hatte für die ganze Strecke Sonnenschein und Rückenwind. Die Strasse war der pure Luxus. Es gab einen breiten Seitenstreifen, obwohl ich die Strasse eigentlich immer für mich hatte.

Die Strecke schlängelte sich durch eine einsame wilde Landschaft die mit ihrem Panorama auf ganzer Strecke verzauberte. Ich versuche dies gar nicht genauer zu beschreiben und lasse einfach die Bilder sprechen. Von Haines aus führt die Route zur Grenze von Alaska nach British Columbia. Dort begann die Steigung auf Chilkat Pass. Hatte ich diesen erreicht, ging es kontinuierlich bergab ins Yukon Territory.

Am zweiten Tag war die Strecke etwas mehr befahren. Allerdings nicht nur von Automobilen. In Gegenrichtung fand das Kluane-Chilkat Bike Race statt und ich kreuzte so 1200 Rennradfahrerinnen welche die 246 Kilometer in einem Stück zurücklegten. Sie hatten ganz üblen Gegenwind und taten mir manchmal fast ein wenig Leid, da das Publikum hauptsächlich mich anfeuerte. Übernachtet habe ich am Klukshu Lake, wo ich in die Kunst von Marshmallow-Shots eingeweiht wurde. Anschliessend fuhren wir noch bis tief in die Nacht Longboard auf dem nun wieder verkehrslosen Highway.

Der Haines Highway ist die westliche Grenze zum Kluane National Park. Und ich wäre nicht ich, wenn ich dieses fantastische Wetter nicht noch für eine Wanderung genutzt hätte. Am Kathleen Lake sprintete ich auf den King’s Throne. Noch bevor ich den Gipfel erreichte, blies es mir allerdings dann die Brille vom Kopf und ich fand es vernünftiger umzukehren. Doch auch schon so war die Aussicht auf die Seen der absolute Wahnsinn.

Am Fusse der Elias Mountains erreichte ich nach drei Tagen die Haines Junction und den Alaska Highway Nr. 1. Da ich noch immer mit Rückenwind unterwegs war, beschloss ich einen kurzen Abstecher zum Sheep Mountain zu machen. Die Wanderung fiel leider auf einen Regentag. Nachdem ich eine Stunde den Spuren von einem Braunbären gefolgt war, beschloss ich umzukehren. Die Sicht wurde immer schlechter und das Wetter immer nasser. Zurück beim Visitorcenter traf ich dafür dann auf ein gratis Apéro zum FirstNations-Day. Eine auch nicht allzu üble Alternative. Am Nachmittag fuhr ich nach einem Missglückten Autostoppversuch (immer diese verkehrslosen Strassen…) die 70 Kilometer zurück zur Haines Junction. Auf den letzten 20 Kilometer ging es nur noch bergab und es zeigte sich endlich die Sonne wieder. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie gut sich so etwas anfühlt. Noch nicht vom Rad abgestiegen wurde ich im Dorf bereits auf eine Glace eingeladen. Anschliessend gab es ein Chili vom Feuer und mein Tag endete gar nicht so übel.

Weiter ging es auf dem Alaska Highway nach Whitehorse. Das Radeln auf der Strecke mit seinem sanftem Auf und Ab war weniger anstrengend und auch nicht wirklich spannend. Genug von den einsamen Gegenden im Yukon hatte ich allerdings noch nicht und so blieb ich nur für eine Dusche in der Hauptstadt des Yukon Territory.

 

 

 

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