Inside Passage nach Haines

Nun standen zwei Tage auf der Fähre bevor. Und tatsächlich war die Fahrt durch die Inside Passage absolut spektakulär. Neben dem Icefields Parkway definitiv das absolute Highlight der bisherigen Reise. Es spielte alles mit. Wir hatten zwei Tage Sonnenschein, die Mittarbeiter waren absolut unkompliziert und ich traf auch sehr spannende Mitreisende. Ich bin begeistert von Alaska. Links und rechts des Schiffs türmten sich in nächster Nähe dicht bewaldete Berge auf, wechselten Inseln mit Festland, kleine Strände mit den schroffen Felsküsten tiefer Fjordlandschaften. Je weiter nordwärts wir gelangten, desto weisser wurden die Berggipfel, desto gigantischer die Gletscher. Ab und zu nur stand eine Blockhütte am Ufer, ab und zu nur tuckerte ein Fischerboot vorbei. In der Nähe der Fischerdörfer sah man Wasserflugzeuge, öfter aber waren es Weisskopfseeadler. Alle Reisenden waren gut gelaunt und immer wieder hörte man Freudeschreie, weil jemand eine Gruppe Delfine, eine Flosse eines Orcas oder Seehunde sah.

Die Fähre machte halt in Ketchikan, Wrangell, Petersburg und Juneau und wurde für mich so zu einer kurzen Kreuzfahrt. Die Aufenthalte genügten, dass ich mit meinem Fahrrad durch die Fischerdörfer düsen konnte. In Ketchikan raste ich zu einer Gruppe alter Totempfähle. In Petersburg, das Norwgen von Alaska flitzte ich entlang der Uferpromenade und in Juneau hastete ich zum Mendenhall Gletscher. Dadurch hatte ich auch auf der Fähre keine freie Minute für mich, denn jeder interessierte sich für meine kurzen Erkundungstouren.

Gebucht habe ich selbstverständlich die lowbudget Variante. Sprich ich hatte kein Bett zur Verfügung. Während sich andere um Liegestühle für die Nacht stritten, baute ich auf dem Sonnendeck mein Zelt auf. Kinder drängten ihre Eltern es mir gleichzutun und bald hatten wir eine tolle Zeltstadt auf dem Deck. An der frischen Luft wiegte uns die Fähre so in den wohlverdienten Schlaf.

In Haines verliess ich die Fähre um halb drei am Morgen. Zwar hatten wir dann den Sonnenaufgang bereits bestaunt, trotzdem war ich froh dass mich jemand um diese Uhrzeit mit dem Auto zum Zeltplatz brachte. Geschlafen habe ich danach trotzdem nicht mehr viel. Um 8 Uhr, war es so heiss, dass man es im Zelt nicht mehr aushielt. Somit viel meine 10 Stunden Wanderung ins Wasser und ich gönnte mir einen ruhigen Tag. Ich ass mit Bekannten von der Fähre Frühstück und erkundete danach das Dorf und die Umgebung. Am darauffolgenden Tag war ich dann wieder etwas fitter unterwegs und so startete ich meine Weiterreise auf dem Haines Highway.