Orkney- & Shetlandinseln

Siehst du dir eine Landkarte an und betrachtest die Region zwischen Grossbritannien und Norwegen, dann entdeckst du drei Inselgruppen. Zwei davon, Orkney und Shetland, war mein nächstes Ziel.

Orkney war landschaftlich eher enttäuschend. Interessant waren die Dämme, die mich von Insel zu Insel führten. Links und rechts im Wasser liegen noch immer versunkene Schiffe und anderer Schrott aus dem Zweiten Weltkrieg. Besonders Shetland spielte damals eine wichtige Rolle in der Unterstützung des norwegischen Widerstands und bei der Flucht aus dem besetzten Norwegen. Die Inselgruppe ist seit dem 3. Jahrtausend vor Christus besiedelt und so gab es auch hier Steingräber und Steintürme anzusehen. Nach zwei Tagen ging es mit Overnight-Fähre nach Shetland.

 

Bei der Ankunft regnete es Katzen und Hunde, zudem war ich übermüdet. Ich parkte mein Velo vor dem Hafen und ging zurück aufs Schiff. Erst mal das Frühstücksbuffet leer essen. Der Kaffee schlug leider nicht ein, doch zwei Stunden später musste ich die Fähre verlassen. Ich füllte meinen Pappbecher das letzte Mal und verpflanzte mich in den Wartesaal der Reederei.

An den weiteren Tagen war das Wetter besser. Manchmal zeigte sich sogar die Sonne. Doch windig war es, du meine Güte! Die Inseln waren hüglig, aber meine Beine waren sich diese Art von Gelände nach der Fahrt entlang der Westküste gewohnt. Mein erstes Zwischenziel war der Ronas Hill. Der höchste Hügel der Umgebung, zwar nur eine Erhöhung von 450 Matern, bot eine definitiv sehenswerte Aussicht. Danach hüpfte ich von Insel zu Insel und steuerte den nördlichsten Punkt Grossbritanniens an. Die Landschaft war sehr karg und schimmerte einem golden entgegen. Ausser einigen dummen Schafen gab es am Strassenrand eines: viel Nichts. Verkehr gab es auch keinen und trotzdem waren die Strassen breit und sehr gut ausgebaut. Dies ist so, da ein Teil des Ölgeldes in den Strassenbau gesteckt werden muss. Mitten auf der Strasse anzuhalten und mit anderen Radfahrerinnen zu sprechen, war also kein Problem. So war ich immer informiert, wo sich gerade jeder und jede meiner neuen Freunde befand.

 

Ich machte mir ein Feuer, studierte meinen Reiseführer und plante meine Tour in den Süden. Da mir Schottland so gut gefällt, wollte ich noch nicht abkürzen und fand, dass auch der Loch Lomond National Park und die Isle of Arran noch einen Besuch verdient haben. So nahm ich nach spektakulären Tagen auf den Northern Isles die Fähre zurück an die Nordküste Schottlands und setzte meine Tour fort.

 

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